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GN-Online.de vom 20.12.02
Karneval erlebt mit Umzug seinen Höhepunkt – Tolle Stimmung in der Blanke
Bunte Kostüme, ausgelassene Stimmung und zentnerweise Kamelle machten den Karnevalsumzug durch den Nordhorner Stadtteil Blanke in diesem Jahr wieder einmal zum Erfolg. Kleine und große Narren bevölkerten wieder den Gildehauser Weg und ließen sich auch vom kurzen Hagelschauer in ihrer Feierlaune nicht stören.
Von Judith Tolomello - Nordhorn. Nur einmal im Jahr trifft man Tiger und Bär, Engelchen und Teufel oder Hexe und Prinzessin friedlich nebeneinander an. Beim Karnevalsumzug auf der Blanke waren auch in diesem Jahr der Kostümvielfalt keine Grenze gesetzt. Sowohl den Verkleidungs-Dauerbrennern wie Prinzessin, Feuerwehrmann, Indianer oder Clown begegnete man auf dem Gildehauser Weg als auch ungewöhnlichen Kostümierungen wie Kornflakes-Packung, Zahnpastatuben oder einer Gruppe bunter Bärchies.
Auf der Paradestrecke der Narren durch die Blanke herrschte vom Mittag bis zum späten Nachmittag ausgelassene Stimmung. Abgesehen von einem kurzen Hagelschauer und anhaltendem Wind schien auch der Wettergott im Karnevalsfieber zu sein. „Wir haben Glück“, freute sich Günter Willich, der 1. Vorsitzende des SV Alemannia Nordhorn-Blanke. „Die Sonne scheint.“ Damit den kleinen und großen Narren am Straßenrand beim Warten nicht zu kalt wurde, heizten die Alemannen ihnen an der Kreuzung Gildehauser Weg und Barbarastraße schon vor Umzugsbeginn mit lauter Musik von einem ihrer Wagen ein.
„In diesem Jahr ist unser Zug 36 Abteilungen stark“, erklärte Willich zufrieden. 2011 waren es vier weniger gewesen. Mit dabei waren auch wieder die Karnevalsvereine aus der Umgebung wie aus Lingen und Emsbüren. Politische Spitzen suchte man beim Umzug jedoch als Thema vergebens. Sowohl der zurückgetretene Bundespräsident Christian Wulff als auch die Bürgermeisterwahl blieben vom Spott der Narren verschont.
Das erste Mal mit von der Partie war die Diskothek ZAK aus Uelsen in diesem Jahr. Mit Konfettikanone und vibrierenden Bässen ließ sie ihren Truck an den Besuchern vorbeiziehen und hüllte die Kinder und Erwachsenen dabei regelmäßig in Nebelwände. Der Bootsclub Nordhorn verzichtete hingegen 2012 erstmals seit Jahren auf seine Teilnahme.
Ihr Weg führte die drei Dutzend Wagen und Fußgruppen wie jedes Jahr über Gildehauser Weg und Mathildenstraße zum rund drei Kilometer entfernten Vorplatz des Eintracht-Stadions. Dort begrüßte erstmals der neue Nordhorner Bürgermeister Thomas Berling die närrische Karawane.
Die Narren links und rechts des Zuges zeigten sich zufrieden. Obwohl die Reihen der Besucher stellenweise lichter schienen als im Vorjahr, feierten diese die Fußgruppen, Kapellen und vorbeifahrenden Wagen ausgelassen.
Über Nordhorns Grenzen hinaus reisten die Feierlustigen an. Auch Familie Korthaneberg ist bereits seit mehr als sieben Jahren regelmäßig auf dem Nordhorner Karnevalsumzug anzutreffen. „Die Stimmung ist einfach gut hier“, meinte Vater Detlef, der mit Ehefrau Michaela und der sechsjährigen Tochter Zoe aus Gildehaus kommt. „Es ist einfach jedes Jahr wieder schön hier.“ Für Töchterchen Zoe zählte vor allem eines: Dass es reichlich Kamelle regnet.
In diesem Punkt konnte der 1. Vorsitzende schon vor Umzugsbeginn punkten. „Wir haben auf unseren drei Wagen insgesamt rund acht Zentner Bonbons, 80 Popcorntüten, diverse Lutscher und andere Kleinigkeiten“, verriet Günter Willich. „Ich schätze, dass jeder der Grafschafter Wagen rund zwei bis drei Zentner Bonbons dabei hat.“ So flogen an diesem Nachmittag reichlich Kamelle, Plätzchen, Popcorn und Lutscher und brachten auch in diesem Jahr wieder die zahlreichen Kindergesichter auf der Blanke zum Strahlen.

Bilder und Text: GN-Online.de vom 20.02.2012 |