Rathaussturm: Stadt Nordhorn ist in Narrenhand

Die Narren aus den Vereinen „KCN Junge Narren“ und „KC Alemannia“ haben das Rathaus in Nordhorn gestürmt und den Schlüssel der Stadt an sich gerissen. Dabei erbeuteten sie das Stadtsäckel mit 11,11 Euro.

Nach einem amüsanten Wortgefecht mit den Narren des „KCN Junge Narren“ und „KC Alemannia“ musste sich Bürgermeister Thomas Berling geschlagen geben und überreichte ihnen den Schlüssel der Stadt. Foto: Stephan Konjer

Nach einem amüsanten Wortgefecht mit den Narren des „KCN Junge Narren“ und „KC Alemannia“ musste sich Bürgermeister Thomas Berling geschlagen geben und überreichte ihnen den Schlüssel der Stadt. Foto: Stephan Konjer

Nordhorn. Vor den Türen des Nordhorner Rathauses hatten sich bereits gegen 15 Uhr die ersten Karnevalisten und Narren aus den Vereinen „KCN Junge Narren“ und „KC Alemannia“ eingefunden. Aus der Ferne war das Tröten und Glockenläuten des Karnevalsumzuges zu hören, der die Bahnhofsstraße entlang in Richtung Rathaus zog.

Auf einem Bollerwagen, den die Narren hinter sich herzogen, beschallte ein Lautsprecher die Innenstadt mit Party-Schlagern. So versammelten sich die „roten“ und „blauen“ Narren auf dem Rathausvorplatz. Auf dem Balkon wartete bereits Bürgermeister Thomas Berling auf den traditionellen Schlagabtausch mit KCN-Sitzungspräsident Martin Tolhuysen. Ein Wortgefecht, das erst noch auf ein Mikrofon wartete. „Der Bürgermeister arbeitet mit allen Tricks“, merkte Tolhuysen an, ehe ein Rathausmitarbeiter ihm das Mikro reichte.

Bürgermeister Berling stichelte sogleich: „Ich sehe gar keine Karnevalisten. Ich sehe nur rund 80 Kinder, einige Damen und einige ältere Herren“ – und verwies darauf, dass von Jahr zu Jahr mehr Kinder und Jugendliche zum traditionellen Rathaussturm kommen. „Wir haben den Nachwuchs für die nächsten 30 Jahre gesichert“, parierte Tolhuysen Berlings Spitze und warnte ihn in der „Stadt der rollenden Köpfe“ seine Bürotür gut abzuschließen.

Zudem musste sich Berling höhnische Kommentare zum noch unvollendeten Neubau des Hallenbades und der Weiternutzung der Eissporthalle gefallen lassen. „Komm Du mal ins Rathaus! Da wird die Luft ganz schnell eng!“, entgegnete Berling und verwies darauf, dass man beim Hallenbad bereits das Richtfest gefeiert hat und man im Sommer das Bad eröffnen wolle.

Schließlich ließ sich Berling durch laute „Karneval Helau!“-Rufe bewegen, die Treppen hinunter zu kommen und überreichte den Narren den Schlüssel zur Stadt Nordhorn. „Wir werden Dir zeigen, dass man mit viel Lachen und viel Humor eine Stadt wie Nordhorn leiten kann“, erklärte Tolhuysen. Für ihr närrisches Treiben übergab Berling ihnen das Stadtsäckel. „Leider sind wegen der Bauarbeiten an der Euregiostraße nur noch elf Euro und elf Cent in Münzen übrig“, sagte Berling. „Aber ich bin sicher, Euch werden schon kreative Lösungen einfallen.“ Tolhuysen kündigte indes an, der diesjährige Karnevalsumzug werde größer als vergangenes Jahr. Das neue Stadtprinzenpaar stellt in diesem Jahr der „KC Alemannia“. Berling legte Prinz „Rainer II.“ zur „Krönung“ die goldene Kette um. An seiner Seite „regiert“ Prinzessin „Waltraud II.“

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