Karneval wird zum Halbtagsjob

Rosenmontag ist mit dem Straßenkarneval auf der Blanke am Tag zuvor für die Nordhorner Narren der Höhepunkt der fünften Jahreszeit. Doch was mit einem kräftigen „Helau“ endet, bedeutet vorab eine Menge harte Arbeit.

Auf-den-Karnevalsumzug-grosses-Bild-bereiten-sich-die-137839Nordhorn. Der Countdown für die „Jungen Narren“ des Karnevalsclubs Nordhorn (KCN) läuft. In knapp 14 Wochen feiern die Karnevalisten ihren Höhepunkt: den Rosensonntagsumzug mit Tausenden Narren im Stadtteil Blanke. Daher schrauben, sägen und montieren die Karnevalisten schon seit Wochen an ihren Karnevalswagen. Insgesamt 14 bunte Mottowagen stellt der KCN für den Umzug bereit.

Aber auch für die närrischen Sitzungen laufen die Vorbereitungen des Vereins schon seit Monaten auf Hochtouren: Das noch streng geheime Prinzenpaar kauft bereits in geheimer Mission Orden und Prinzenkleider ein, im Vereinsheim am Frensdorferhaar wird an den Kostümen für die Mariechen genäht, die Mariechen studieren bereits seit März neue Tänze ein und die Akteure für die Sitzungen werden angerufen.

Vorbereitungen starten im Frühjahr

„Ab Mitte Oktober ist die Karnevalsorganisation für uns wie ein Halbtagsjob“, erzählt Martin Tolhuysen, zweiter Vorsitzender des KCN. Doch die ersten Vorbereitungen für die Session liefen schon im Frühjahr an. „Die guten Büttenredner und Akteure aus den Karnevalshochburgen wie Köln und Düsseldorf sind schnell ausgebucht“, erzählt Tolhuysen. Daher müssten die Karnevalisten sich früh für ihre Favoriten entscheiden.

Vier große Veranstaltungen im Zelt und im Saal planen die Narren für die Nordhorner. Erstmals soll es eine große Karnevalsparty ohne Bütt und nur mit Schlagermusik in einem Festzelt auf dem Schützenplatz geben. Und auch die Herrensitzung soll nach mehrjähriger Pause größer als zuvor im Festzelt angeboten werden. „Wir wollen den Nordhorner Karneval nach vorne bringen“, sagt Tolhuysen. Daher nehme der KCN neben seiner alljährlichen Prunksitzung in der „Alten Weberei“ und der Seniorensitzung diese neuen Veranstaltungen in Angriff und die Arbeit gern in Kauf.

Tanzmariechen und Kostüme

Wichtiger Bestandteil jeder geplanten Karnevalssitzung des KCN sind die Tanzmariechen, die das ganze Jahr im Training bleiben und sich auf ihre Auftritte in der fünften Jahreszeit vorbereiten. Ihre Betreuer nähen neben dem Training neue Kostüme für die Tänzer und basteln an den Requisiten für die Schautänze.

Noch häufiger, nämlich bis zu vier Mal in der Woche, treffen sich die Männer des Wagenbaus. 14 bunte Wagen baut der KCN für den Karnevalsumzug im Stadtteil Blanke. Alle Wagen werden von der Gruppe selbst gebaut und gestaltet. Dabei ist auch immer ein Mottowagen: „Das ist so etwas wie unser Prachtstück. Das diesjährige Thema steht aber noch nicht fest, wir warten noch einige politische Entscheidungen ab“, erzählt Martin Tolhuysen. Oftmals thematisiere der Karnevalsverein mit dem Mottowagen auf närrische Art ein politisches Thema aus der Region.

Das Geheimnis: Prinzenpaar

Eine der schwierigsten Aufgaben des KCN-Vorstandes sei es jedoch, die Namen des neuen Prinzenpaares geheim zu halten. „Es werden im Verein sogar Wetten abgeschlossen, wer es sein könnte. Manche kommen auf die verrücktesten Ideen, um dahinter zu kommen“, sagt Tolhuysen.

Lange müssen die Narren aber nicht mehr warten: Schon beim Sturm auf das Rathaus am 14. November wird das neue Prinzenpaar offiziell bekannt gegeben.

Von Laura Fühner

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