Australischer Stadtprinz regiert Nordhorns Narren

Bühnenreifer Auftritt: Bei der Prunksitzung der „Jungen Narren“ wurden das Stadtprinzenpaar Andy I. und Dorthe II (ganz links) sowie das Jugendprinzenpaar Michel I. und Vanessa I. (Bildmitte) proklamiert. Mit dabei waren Nordhorns Bürgermeister Thomas Berling (zweiter von links), KCN-Sitzungspräsident Martin Tolhuysen (rechts) und KCN-Präsident Jörg Tolhuysen (dritter von links). Foto: Rainer Müller

Bühnenreifer Auftritt: Bei der Prunksitzung der „Jungen Narren“ wurden das Stadtprinzenpaar Andy I. und Dorthe II (ganz links) sowie das Jugendprinzenpaar Michel I. und Vanessa I. (Bildmitte) proklamiert. Mit dabei waren Nordhorns Bürgermeister Thomas Berling (zweiter von links), KCN-Sitzungspräsident Martin Tolhuysen (rechts) und KCN-Präsident Jörg Tolhuysen (dritter von links). Foto: Rainer Müller

Nordhorn war am Sonnabend wieder Anziehungspunkt für kleine und große Jecken. Der KCN „Junge Narren“ begrüßte rund 250 Karnevalsfreunde zu seiner Prunksitzung in der „Alten Weberei“.

Nordhorn.Das streng gehütete Geheimnis ist gelüftet: Während der Prunksitzung des Karnevalvereins „Junge Narren“ am Sonnabend in der „Alten Weberei“ wurde mit Andy I. und Dorthe II. das neue Stadtprinzenpaar proklamiert, das eigentlich bereits während des Rathaussturms hätte vorgestellt werden sollen. Doch die Narren im Nordhorner Rathaus warteten vor gut acht Tagen vergeblich auf die Verkündung ihres neuen Regentenpaares, das in der aktuellen Session von den „Jungen Narren“ zu stellen war.

Der aus dem australischen Städtchen Roma in Queensland stammende Wahl-Nordhorner Andy Byrnes, hauptberuflich Bohrmeister, hatte es jedoch nicht rechtzeitig geschafft, mit dem Jeep von seiner Arbeitsstelle in Algerien den nächstgelegenen Flughafen zu erreichen. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin Dorthe regiert Byrnes jetzt die gesamten Nordhorner Narren.

Der Einmarsch des neuen Jugendprinzenpaares und der Jugendgarde bildete den farbenfrohen Auftakt des Abends vor rund 250 Gästen. Darunter weilten neben Abordnungen der Vereine KC Alemannia, Karnevalsgesellschaft Emsbüren und Edelweißschützen Bathorn auch Bürgermeister Thomas Berling sowie der Landtagsabgeordnete Reinhold Hilbers.

Vanessa I. und Michel I. sind für zwölf Monate übrigens die „kleinen Machthaber“ bei den „Jungen Narren“. Der Prinzen-Proklamation folgte die gekonnte Tanzshow von Stadtfunkenmariechen Maike Fischer, die sich erstmals in ihrem nagelneuen schwarz-rot-goldenen Nordhorn-Outfit zeigte.

Anständig witzig wurde es im Saal, als der Ibbenbürener Büttenredner Andreas Hille alias „Der Schlawiner“ die Lachmuskeln des Publikums ein erstes Mal testete.

Ein Wiedersehen gab es nach zwei Jahren Abstinenz mit dem KCN-Bütten-Spezialisten Horst Frantzen: Erst am Sonnabendnachmittag war klar, dass der Rathausmitarbeiter wieder seinen „Till“ aus der Versenkung holen würde.

Neben kritischer Beleuchtung des aktuellen politischen Weltgeschehens stach „Till“ in kommunalpolitische „Wespennester“ unter dem Motto „Des Narrenrede sei frei“. So nahm Horst Frantzen die Planungen für die Strampelspitze aufs Korn, witzelte über die Fristverlängerung für Bauanträge des Ferienhausgeländes am Nordhorner Vechtesee und schoss volle Breitseiten gegen die neue Nordhorner Kulturdezernentin Kerstin Spanke.

„Nordhorn – von Kultur keine Spur“, frotzelte Frantzen. „Frau Spanke, geben Sie uns die Ehre, Sie werden zugeben, dass ich mich zu Recht beschwere“, formulierte „Till“ seine Kritik an der neuen Referatsleiterin im Rathaus, die sich bei den Karnevalisten noch nicht habe sehen lassen.

Dem CDU-Landtagsabgeordneten Reinhold Hilbers kam im Anschluss die Ehre zuteil, den vom scheidenden Ehrensenator Wolfgang Eichstaedt vorgeschlagenen Nachfolger bekannt zu geben. Hilbers jonglierte unter dem Motto „Wir brauchen einen Mann, der auch dem Heiligen Vater ein Doppelbett verkaufen kann“ mit Namen wie Berling, Mülstegen und Will. Am Ende stand jedoch KCN-Sitzungspräsident Martin Tolhuysen, der sich für diesen Posten zur Verfügung gestellt hatte, als neuer Ehrensenator fest. „Er kennt sich aus mit TÜV-Gebühren und organisiert das Wagenvorführen“, formulierte Laudator Hilbers treffsicher.

Büttenrednerin „Uss Mia“ aus Beckum sorgte für Spaß der etwas derberen Art und zeigte schon mal ihre Kehrseite. Die Partyband „Hands Up“ war für die musikalische Begleitung des Abends verantwortlich, ergänzt durch den Auftritt von Sänger Kevin Candell und KCN-Sängerin Irene Frantzen.

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