Narren führen Regie im Rathaus

Die Fünfte Jahreszeit hat nun auch in Nordhorn begonnen: Seit gestern Nachmittag führen die Närrinnen und Narren der beiden Karnevalsvereine „KC Alemannia“ und „KCN Junge Narren“ Regie im Rathaus der Kreisstadt und sind neuer Eigener des Stadtschlüssels. Foto: Müller

Die Fünfte Jahreszeit hat nun auch in Nordhorn begonnen: Seit gestern Nachmittag führen die Närrinnen und Narren der beiden Karnevalsvereine „KC Alemannia“ und „KCN Junge Narren“ Regie im Rathaus der Kreisstadt und sind neuer Eigener des Stadtschlüssels. Foto: Müller

Die Fünfte Jahreszeit hat nun auch in Nordhorn begonnen: Seit Freitagnachmittag führen die Närrinnen und Narren der beiden Karnevalsvereine „KC Alemannia“ und „KCN Junge Narren“ Regie im Rathaus der Kreisstadt .

Nordhorn. Pünktlich um 14.11 Uhr startete Martin Tolhuysen, Sitzungspräsident des KCN und bewährter Moderator des jährlichen Rathaussturms, vor der Kulisse der auf dem Rathausvorplatz angetretenen „blauen“ und „roten“ Jecken seine Verbalattacken in Richtung Balkon des Hauses Bahnhofstraße Nummer 24.

Dort stand erstmals in der Geschichte des Nordhorner Karnevals eine Frau zur Verteidigung des von den Narren lautstark geforderten Stadtschlüssels. Ingrid Thole, stellvertretende Nordhorner Bürgermeisterin, musste sich von Martin Tolhuysen ketzerische Fragen und Bemerkungen gefallen lassen. So thematisierte er den Verkauf des NVB-Stadtbus-Verkehrs an die Bentheimer Eisenbahn, kritisierte den „zu späten Spatenstich“ zum Bau des neuen Hallenbades, machte sich lustig über den Nordhorner Kreisverkehr, „der jedem die Vorfahrt nimmt“ und kartete ob des immer noch nicht gefundenen Kino-Investors nach.

Auch mutmaßte Tolhuysen über einen Einfluss der Bundesregierung auf den Nordhorner Rat, an dessen Spitze ausgerechnet zum Rathaussturm mit Ingrid Thole eine Frau zur Verteidigung stünde – „wie Ministerin Ursula von der Leyen – und die Partei stimmt ja auch“, witzelte der KCN-Sitzungspräsident, der natürlich auch einen Seitenhieb auf die abgelehnte Verlegung des jährlichen Karnevalsumzuges in die Innenstadt parat hatte.

Nach einer Viertelstunde beharrlichen Begehrens händigte Bürgermeisterin Thole den Stadtschlüssel aus: Die Nordhorner Narren stürmten daraufhin sofort und unverzüglich das Rathaus und versammelten sich im Großen Sitzungssaal. Für die Finanzierung der „Fünften Jahreszeit“ übergab Ingrid Thole das Stadtsäckel, eingebettet in Tänze der Jugendgarden beider Karnevalsvereine und Einlagen der „roten“ Karnevalssängerin und Stadträtin Irene Frantzen, die Narren und Mitglieder des Nordhoner Rates unter anderem als „Helene-Fischer-Double begeisterte.

Bei von der Stadt gestifteten Getränken und Berlinern wurde das in der abgelaufenen Session vom KC Alemannia gestellte Stadtprinzenpaar verabschiedet: „Das neue Paar können wir jedoch leider erst während unserer Galasitzung am Samstag, 22. November, 20.11 Uhr, in der Alten Weberei präsentieren“, informierte Martin Tolhuysen , dessen Verein das Nordhorner Stadtprinzenpaar 2014/2015 abordnet, sein Publikum. „Berufliche Gründe haben unseren Prinzkandidaten leider aufgehalten, sodass wir ihn leider erst mit Verspätung präsentieren können“ so Tolhuysen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.